Daily Briefing · Freitag, 28.08.2026

Warshs erste Jackson-Hole-Rede entscheidet, ob der Druck am langen Ende nachlässt oder zurückkehrt.

Termine

  • MESZ 16:00 Rede Warsh in Jackson Hole
  • Fr16:00Uni Michigan Verbrauchervertrauen und Inflationserwartungen final
  • Nächste Woche: Arbeitsmarktbericht August, danach CPI vor der FOMC-Sitzung am 16. September

Was den Markt heute bewegt

FEDWarsh spricht um 16:00 Uhr, die Erwartungen sind widersprüchlich.

Investoren erhoffen sich weniger eine Zinsprognose als eine erkennbare Reaktionsfunktion: welche Daten zählen und was ihn von der Haltelinie abbringen würde. JPMorgan und Morgan Stanley argumentieren, ein klares Bekenntnis zur Preisstabilität würde die Laufzeitprämie drücken, die laut New-York-Fed-Messung nahe dem Niveau von 2014 liegt. Apollo warnt umgekehrt, ohne jede Orientierung drohe eine deutlich stärkere Bewegung nach oben. Der Zielkorridor liegt seit Dezember bei 3,50 bis 3,75 Prozent.

INFLATIONDer PCE bei 3,7 Prozent hält die Anhebungsdebatte offen.

Die Rate entspricht dem Juni-Wert nach 4,1 Prozent im Mai. Schmid sagte, er wisse nicht, was die aktuelle Zinspolitik überhaupt bremse; Hammack erklärte, jetzt sei der Zeitpunkt zu handeln, und erwartet zum Jahresende rund 3 Prozent. Collins nannte die Daten gemischt und verwies auf Portfoliomanagement-Gebühren als Treiber, die nicht auf Angebot und Nachfrage beruhen. Die Terminmärkte preisen rund 35 Prozent für September, bis Dezember ist eine Anhebung vollständig eingepreist.

ANLEIHENDie Woche endet ruhiger als sie begann.

Die dreißigjährige Rendite liegt bei 5,20 Prozent und damit 7 Basispunkte tiefer als vor einer Woche, nachdem sie kurzzeitig 5,34 überschritten hatte; die zehnjährige notiert bei 4,68 nach minus 5 auf Wochensicht. Bessent und Warsh liegen in der Grundfrage auseinander, wie stark die Politik den Preis des Geldes setzen soll: Warsh will die Märkte arbeiten lassen, Bessent greift ein. Der Dollarindex steht bei 99,20 und steuert auf den zweiten Monatsverlust zu.

HORMUSIran knüpft die Öffnung an ein Ende aller Regionalkonflikte.

Rezaei nannte als Bedingungen ein Ende des Gaza-Kriegs, einen israelischen Rückzug aus dem Libanon und ein Ende der Angriffe auf Syrien; derzeit gebe es einen zeitweiligen und begrenzten Korridor. Araghchi erklärte, eine Rückkehr zur Diplomatie sei nicht unmöglich, Druck funktioniere aber nicht. Laut Wall Street Journal will Washington nicht zum Juni-Memorandum zurückkehren. Centcom meldet 1.500 begleitete Schiffe in den vergangenen Monaten, Kpler zählte am Dienstag fünf Transits gegenüber rund 130 vor dem Krieg. Brent notiert bei 89,38 USD und liegt über 5 Prozent im Wochenminus.

MÄRKTENach dem Nvidia-Tag stellt sich der Handel quer.

Der Technologiesektor, S&P und Nasdaq verzeichneten am Donnerstag den besten Tag seit dem 4. August, Nvidia schloss knapp 9 Prozent fester auf einem Rekordstand; von elf Sektoren im S&P stieg allerdings nur einer. Heute liegen Nasdaq-Futures 0,3 Prozent im Minus, S&P leicht darunter, Dow 0,11 im Plus. Marvell verliert über 8 Prozent auf eine enttäuschende Margenprognose, PayPal rund 15 nach dem abgebrochenen Übernahmeversuch durch Stripe und Advent, Gap steigt 15 Prozent. Bitcoin liegt im August fast 30 Prozent im Plus.

Bildungsinhalt — keine Anlageberatung, kein Handelsvorschlag.

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