Daily Briefing · Donnerstag, 17.09.2026

Die Fed hat geliefert: Die Anhebung nimmt Druck vom langen Ende, Öl fällt den zweiten Tag.

Termine

  • Do14:30Erstanträge, Baubeginne August, Philadelphia-Fed-Index
  • Do19:00Auktion zehnjähriger TIPS
  • FrBank of Japan

Was den Markt heute bewegt

FEDEinstimmige Anhebung, hawkishe Begleitmusik.

Der Leitzins stieg um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent, die erste Anhebung seit Juli 2023, beschlossen ohne Gegenstimme. Im Dot Plot erwarten 16 von 18 Mitgliedern mindestens einen weiteren Schritt bis Jahresende; Warsh selbst reichte keine Projektion ein, argumentierte in der Pressekonferenz aber klar restriktiv. Das Statement spricht von einer zeitnäheren Rückkehr zum 2-Prozent-Ziel. Für Oktober preisen die Terminmärkte nun 58 Prozent nach 44 am Vortag — die Sitzung liegt kurz vor den Zwischenwahlen. Trump forderte erneut Zinsen von 1 Prozent oder weniger, kritisierte Warsh persönlich aber nicht.

ANLEIHENDie Kurve reagiert wie erhofft.

Kurze Renditen stiegen, lange gaben nach: Die zehnjährige fiel 3 Basispunkte auf 4,99 Prozent und beendete damit acht Gewinntage in Folge, die dreißigjährige liegt bei 5,35 nahe dem Neunzehnjahreshoch, die zweijährige bei 4,72. Global folgten Australien und Japan. Genau diese Kurvenform ist das Signal, auf das es ankam: Der Markt traut Warsh zu, die Inflation zu bekämpfen, und verlangt dafür weniger Laufzeitprämie.

ÖLZweiter Verlusttag nach saudischen Ausweichlieferungen.

Brent fiel über 2 Prozent auf 103,70 USD, WTI 1,7 auf 100,70, nachdem beide am Vortag rund 3 Prozent verloren hatten. Saudi-Arabien stellt asiatischen Raffinerien zusätzliche Ladungen per Schiff-zu-Schiff-Umschlag nahe dem omanischen Hafen Sohar bereit und federt damit den Ausfall der East-West-Pipeline ab. Belastend bleibt die Ausweitung der Kämpfe im Jemen, die die Route durchs Rote Meer gefährdet; Jemeniten fliehen per Boot vor den Gefechten.

NOTENBANKENDie Wege trennen sich.

Die Bank of England hielt bei 3,75 Prozent, mit 6 zu 3 Stimmen; Bailey warnte, je länger die Energievolatilität anhalte, desto wahrscheinlicher werde eine Anhebung. Die Märkte preisen 80 Prozent für November. Die EZB hat vergangene Woche zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben, die Bank of Japan dürfte morgen auf 1,25 Prozent gehen.

MÄRKTEDeutliche Erholung nach dem Fed-Tag.

Dow-Futures lagen 0,72 Prozent im Plus, S&P 0,82, Nasdaq 1,06. Am Mittwoch hatte der Dow 630 Punkte oder 1,2 Prozent verloren, getrieben von Finanzwerten. Nvidia und Amazon gewannen vorbörslich je über 1 Prozent, bei den Neocloud-Anbietern stieg Nebius 9,8, CoreWeave 6,9 und IREN 5,7 Prozent. Generac sprang nachbörslich 35 Prozent, nachdem Amazon Optionen auf Aktien im Wert von bis zu 340 Mio. USD erhalten hatte und Notstromaggregate für Rechenzentren liefert. Der S&P liegt im September 1,7 Prozent im Minus.

HANDELTrump droht der EU wegen des Kanada-Angebots.

Nach von der Leyens Vorschlag einer assoziierten Mitgliedschaft für Kanada kündigte Trump ernsthafte Zölle oder einen weitgehenden Handelsstopp an, falls er den Schritt als feindseligen Akt werte. Der Status existiert vertraglich bisher nicht und müsste von den Mitgliedstaaten ratifiziert werden. Betroffen wäre das Rahmenabkommen vom Vorjahr mit einer Zollobergrenze von 15 Prozent auf die meisten EU-Exporte.

Bildungsinhalt — keine Anlageberatung, kein Handelsvorschlag.

Weitere Briefings

Alle Briefings →