Daily Briefing · Dienstag, 29.09.2026
Renditen deckeln den KI-Rebound.
Anleihen nahe dem 19-Jahres-Hoch und Brent über 106 USD stehen gegen einen KI-Sektor, dessen Investitionszusagen der Anthropic-Prospekt erstmals beziffert.
Termine
- Di16:00JOLTS August
- Di16:00US-Verbrauchervertrauen September
- ganztägig Fed-Reden von Williams, Waller, Bowman, Barr, Goolsbee und Musalem
- Rede von EZB-Präsidentin Lagarde
- OpenAI DevDay mit Sam Altman
Was den Markt heute bewegt
ANLEIHENDie Rendite zehnjähriger Treasuries notiert nahe dem höchsten Stand seit 2007.
Am Montag erreichte die Zehnjährige in der Spitze 5,274 Prozent. Am Dienstagmorgen lag sie laut CNBC bei 5,217 Prozent und die Dreißigjährige bei 5,54 Prozent, nach über 5,56 Prozent am Vortag im Bereich eines Hochs von 2004. Evangelos Assimakos von Rathbones sieht den Anleihemarkt damit restriktiver positioniert als die Fed selbst. Laut Reuters Morning Bid treibt vor allem der KI-Investitionsboom das Wachstum und damit die Renditen. Der Zins für 30-jährige Festhypotheken stieg laut Mortgage News Daily auf 7,50 Prozent, den höchsten Stand seit April 2024.
NOTENBANKENDer Markt preist rund 70 Prozent für eine weitere Fed-Zinserhöhung im Oktober ein.
So weist es das CME FedWatch Tool aus; laut Reuters Morning Bid sind über das kommende Jahr vier Erhöhungen eingepreist. Fed-Gouverneurin Lisa Cook sagte am Montag, der Arbeitsmarkt sei robust genug, um weitere Straffungen zu verkraften. In den Projektionen der Fed hatten laut Assimakos zwölf von 18 Mitgliedern nur eine Erhöhung bis Weihnachten angesetzt. Unter Chair Kevin Warsh hat die Fed Hinweise auf künftige Schritte zurückgefahren, wodurch Konjunkturdaten stärker im Fokus stehen. Die australische Notenbank hob am Dienstag zum vierten Mal in diesem Jahr an, auf 4,60 Prozent und damit den höchsten Stand seit 15 Jahren.
ÖLBrent steigt den zweiten Tag in Folge auf über 106 USD.
Der Novemberkontrakt legte laut CNBC um 1,22 Prozent auf 106,56 USD je Barrel zu, WTI um gut 1 Prozent auf 93,57 USD. Präsident Trump wies laut Reuters Berichte zurück, er sei bereit, Sanktionen gegen Iran zu lockern und eingefrorene Gelder freizugeben; parallel führte Teheran nach Angaben von Außenminister Araghchi über katarische Vermittler indirekte Gespräche mit den USA in New York. Mahmoud Mashal von VT Markets nennt Fortschritte in diesen Gesprächen den zentralen Faktor für den Ölpreis. Spaniens Inflation stieg im September auf 4,9 Prozent bei erwarteten 4,6 Prozent; vor Kriegsbeginn Ende Februar lag sie bei 2,3 Prozent. Shein meldete einen Rückgang des bereinigten Nettogewinns um 66,6 Prozent und nannte Öl- und Frachtkosten als Hauptgrund.
KIAnthropics Börsenprospekt beziffert Infrastrukturzusagen von mindestens 518 Mrd. USD.
Laut dem von Reuters eingesehenen vertraulichen Prospekt sind rund 80 Prozent davon unkündbar oder unabhängig von der Nutzung fällig, darunter 111,1 Mrd. USD an Google, 110 Mrd. USD an Amazon und 31,4 Mrd. USD an Microsoft; hinzu kommen 161,2 Mrd. USD Leasingverpflichtungen für Broadcom-Ausrüstung. Für 2025 weist das Unternehmen einen Nettoverlust von 42 Mrd. USD aus, angestrebt wird eine Bewertung von über 2 Billionen USD, der Börsengang wird laut Reuters nach den Zwischenwahlen im November erwartet. Weiter offengelegt sind bis zu 84,5 Mrd. USD für Nvidia-basierte Kapazität über xAI, mit 90 Tagen kündbar, sowie eine Zusage von AMD, bis zu 5 Mrd. USD in Anthropic-Aktien zu investieren. Rund 80 der 261 Seiten behandeln Risiken der Technologie; laut Financial Times stammt knapp ein Viertel des Umsatzes von zwei Kunden. OpenAI hatte am Montag die Veröffentlichung seines Modells GPT-6.1 Astra aus Sicherheitsgründen gestoppt.
MÄRKTEDie Futures erholen sich nach dem stärksten Tagesverlust seit Ende August.
Der S&P 500 verlor am Montag 0,8 Prozent und der Nasdaq Composite 0,9 Prozent; der S&P gab damit seine Monatsgewinne ab. Nasdaq-100-Futures lagen laut Reuters um 7:20 Uhr ET 0,24 Prozent im Plus, laut CNBC eine Stunde später 0,4 Prozent. Marvell, Micron und Broadcom stiegen vorbörslich um rund 1 Prozent, Nvidia um 0,7 Prozent nach einem Rekord-Rückkaufprogramm über 150 Mrd. USD. Michael Burry schichtet laut CNBC von Leerverkäufen auf Puts gegen KI-Werte um und verweist auf den niedrigen VIX. Kyle Rodda von Capital.com sieht den Markt auf Klarheit im Krieg warten, die er kurzfristig nicht erwartet.
Bildungsinhalt — keine Anlageberatung, kein Handelsvorschlag.