Daily Briefing · Donnerstag, 24.09.2026
Zinsschock zurück, Tech gibt ab.
Die dreißigjährige Rendite erreicht ein 22-Jahres-Hoch, während Öl über 100 zurückkehrt und der Trump-Xi-Gipfel beginnt.
Termine
- Do14:30Erstanträge
- Do16:00Neubauverkäufe August
- Do19:00Auktion siebenjähriger Anleihen
- Fed: Williams, Barkin, Hammack, Paulson
- Gipfel Trump–Xi
- Don. SchlussCostco
Was den Markt heute bewegt
ANLEIHENDer Ausverkauf beschleunigt sich global.
Die dreißigjährige US-Rendite stieg auf 5,44 Prozent, den höchsten Stand seit 2004; die zehnjährige erreichte 5,13 und damit das höchste Niveau seit Juli 2007, die zweijährige hält sich nahe einem Dreijahreshoch. Am Mittwoch verzeichnete die Zehnjährige den stärksten Tagesanstieg seit April 2025. Auslöser waren unerwartet starke PMI-Daten aus den USA und Europa, hawkishe Äußerungen von Fed-Gouverneur Barr und eine schwache Auktion fünfjähriger Papiere über 70 Mrd. USD, bei der die Rendite erstmals seit 2007 über 5 Prozent stieg. Japans Zehnjährige erreichte mit 3,06 Prozent den höchsten Stand seit August 1996. Madison Investments merkt an, der Anstieg lasse sich nicht mehr allein mit dem Defizit erklären.
FEDWilliams stützt die Erwartung einer weiteren Anhebung.
Der New Yorker Fed-Präsident nannte es in London vernünftig, mit einem weiteren Schritt bis Jahresende zu rechnen; Barr hatte am Mittwoch von weiteren Anpassungen gesprochen. Die Terminmärkte preisen für Oktober inzwischen über 70 Prozent, vor einer Woche waren es rund 49; für das kommende Jahr stecken vier Anhebungen im Markt. Der Atlanta-Fed-Indikator zeigt für das dritte Quartal ein BIP-Wachstum von 5,1 Prozent. Die 30-jährige Hypothek liegt bei 7,26 Prozent.
ÖLDie Gespräche in New York bringen keinen Durchbruch.
Trump und Pezeshkian tauschten vor der UN gegenseitige Vorwürfe aus; der iranische Präsident erklärte, man werde bis zum letzten Atemzug kämpfen. Brent stieg wieder über 100 auf rund 105 USD, WTI auf 93. Zusätzlich belastend wirkten Berichte über ein mögliches US-Exportverbot für Diesel, das Washington später relativierte. Gegenläufig: Asiens Rohölimporte erreichen im September mit 23,96 Mio. Barrel täglich den höchsten Stand seit Kriegsbeginn.
GIPFELDie Waffenruhe im Handelsstreit wird nur kurz verlängert.
Bessent bestätigte eine Verlängerung bis zum 10. Januar; ursprünglich war von einem längeren Zeitraum die Rede gewesen. Deutsche Bank nennt die Frist kürzer als erwartet, sieht aber Raum für ein umfassenderes Abkommen. Auf der Agenda stehen heute KI-Regulierung, der Iran-Konflikt und Waffenverkäufe an Taiwan; Führungskräfte von GM, Meta, Apple, Amazon und Tesla nehmen teil. Beide Seiten zeigen keine Bereitschaft, die KI-Entwicklung zu verlangsamen.
MÄRKTEDie Rally der Wochenmitte wird abgegeben.
Nasdaq-Futures verloren 0,91 bis 1 Prozent, S&P 0,51, Dow 0,29. Meta fiel vorbörslich 1,9 Prozent, Nvidia 1, Marvell und Intel je rund 3. Energiesensible Werte wie JetBlue, American Airlines und Royal Caribbean gaben ebenfalls nach, der VIX stieg auf 16,06. SoftBank platzierte 11,1 Mrd. USD in Dollar und Euro, die größte Hochzinsemission aller Zeiten, zur Finanzierung der dritten OpenAI-Tranche; die Ausfallversicherung auf SoftBank-Schulden liegt bei über 400 Basispunkten nach 280 im Juni. Die globale Verschuldung überschritt laut IIF 365 Bio. USD, der Schuldendienst 3,5 Bio.
Bildungsinhalt — keine Anlageberatung, kein Handelsvorschlag.