Daily Briefing · Montag, 19.10.2026

Der Dip wird gekauft.

Nach der schwächsten Woche seit Juni erholen sich die KI-Werte, während Öl und Renditen nachgeben — die Kreditfrage bleibt offen.

Termine

  • Über 70 S&P-Unternehmen berichten
  • dazu Netflix, GM, GE Aerospace, Procter & Gamble
  • 28. Oktober FOMC
  • DiSpaceX
  • MiMeta, Tesla, Lam Research, Texas Instruments
  • Fr15:45Flash-PMI

Was den Markt heute bewegt

KI-KREDITDie Risikoaufschläge erreichen die Jahreshöchststände.

Nach Angaben von Goldman-Händlern liegen die Spreads im KI-Komplex und speziell bei den Hyperscalern auf dem weitesten Stand des Jahres; beim letzten vergleichbaren Niveau notierten die zugehörigen Aktien 15 Prozent tiefer. Die Ausweitung zwinge Investoren, sich mit einer Verlangsamung der KI-Ausgaben auseinanderzusetzen: Der Capex habe wahrscheinlich seinen Höhepunkt erreicht, und die Debatte verschiebe sich von der nächsten Gewinnrevision zu Finanzierung, Tragfähigkeit und Kapitalrendite. Am Freitag wurde das zweithöchste Put-Volumen des Jahres gehandelt. CoreWeave verlor vergangene Woche über 25 Prozent, den stärksten Wochenverlust seit November 2025, und liegt heute 1,3 bis 3 Prozent im Plus.

ERHOLUNGTech führt die Gegenbewegung an.

Nasdaq-Futures lagen rund 1 Prozent im Plus, S&P 0,47, Dow nahezu unverändert. Intel stieg vorbörslich 3,8 bis 4 Prozent nach einer Heraufstufung durch JPMorgan auf neutral, Broadcom 2,3, Nvidia 1,1, AMD und Micron je über 2. Vergangene Woche verlor der S&P knapp 2 Prozent und der Nasdaq 4,5, jeweils der stärkste Wochenrückgang seit Ende Juni; der Nasdaq beendete damit vier Gewinnwochen in Folge. Der S&P steht rund 2 Prozent unter dem Rekord. JPMorgan verweist darauf, dass sich die Bewertungen bei stabilisierenden Renditen erholen können: In der intensivsten Phase des Renditeanstiegs fiel das Forward-KGV des Weltindex um drei Punkte.

ZINSENDie Renditen geben zum Wochenstart nach.

Die zehnjährige Rendite fiel gut einen Basispunkt auf 5,085 Prozent, die dreißigjährige auf 5,424, die zweijährige blieb bei 4,73. Die Fed ist vor der Entscheidung am 28. Oktober in der Sperrfrist. In Bangkok sprachen mehrere Notenbanker von einem globalen Wettlauf um Kapital: Die KI-Investitionen träfen die Nachfrageseite lange vor den Produktivitätsgewinnen und trieben damit den neutralen Zins. Die Bank of England dürfte am 5. November anheben, für EZB und Fed ist ein weiterer Schritt im Dezember eingepreist.

ÖLTrump setzt Teile der Russland-Sanktionen aus.

Brent fiel 1,8 Prozent auf rund 107 USD, WTI 0,3 Prozent auf 101,13 und beendete damit eine siebentägige Serie mit 15 Prozent Anstieg. Rubio sagte am Samstag, der Präsident werde bis zu 60 Tage brauchen, um die wirtschaftlichen Folgen zu bewerten. Iran meldete einen weiteren Tanker, der in der Straße von Hormus auf eine Mine lief; Fracht- und Versicherungskosten halten die Preise für physische Lieferungen deutlich höher. Die längerfristigen Terminkontrakte ziehen an, da Störungen der Energieinfrastruktur bis weit ins Jahr 2027 erwartet werden.

GEOPOLITIKSelenskyj wirft Washington Druck zur Kapitulation vor.

In einem Bloomberg-Interview nannte er die gedrosselten Starlink-Geschwindigkeiten und verzögerte Patriot-Lieferungen; die USA liefern derzeit zwölf Abfangraketen monatlich, rund ein Viertel des Tempos unter Biden. Er bot an, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, falls zusätzliche Patriot-Raketen geliefert werden. Hintergrund ist Trumps Abkommen mit Putin, das auf begrenzte russische Dieselmengen zielt. In Europa belasteten gewaltsame Proteste über die Lebenshaltungskosten: Der CAC 40 verlor 1,35 Prozent, der DAX 1,1, der Stoxx 600 0,82.

Bildungsinhalt — keine Anlageberatung, kein Handelsvorschlag.

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