Daily Briefing · Donnerstag, 22.10.2026
Meta und Tesla überzeugen nicht.
Die Zahlen der größten KI-Investoren tragen die Erholung nicht; Öl springt auf Berichte über geplante neue Angriffe auf Iran.
Termine
- Do14:30Erstanträge Arbeitslosenhilfe
- Berichte: Procter & Gamble, Lockheed Martin, Honeywell, Valero, Spotify, Blackstone, American Airlines
- 27./28. Oktober FOMC
Was den Markt heute bewegt
EARNINGSBeide übertrafen, beide fielen.
Tesla übertraf im dritten Quartal die Erwartungen, kürzte aber die Investitionsprognose für das Jahr, was Fragen zum Tempo der KI- und Robotik-Expansion aufwarf; die Aktie verlor vorbörslich 3 bis 5,3 Prozent. Meta übertraf beim Umsatz und hob die Investitionspläne an, gab aber 1 bis 1,9 Prozent ab, nachdem das Unternehmen stimmrechtslose Aktien zur Finanzierung des KI-Ausbaus eingeführt hatte. CaixaBank fasst die Haltung zusammen: Der Markt belohne hohe KI-Investitionen weiterhin, verlange aber deutlich mehr Belege dafür, dass sie sich in Wachstum und Monetarisierung übersetzen. Lam Research verlor über 7 Prozent auf einen schwachen Ausblick, IBM 5,7 Prozent trotz angehobener Softwareprognose.
ÖLBrent steigt über 112 USD.
Der Kontrakt legte mehr als 2,7 Prozent zu, WTI 2 Prozent auf 99,25. Auslöser sind tödliche Huthi-Angriffe in Saudi-Arabien sowie ein Bericht der New York Times, wonach die USA und Israel nach den Zwischenwahlen im November erneute Angriffe auf Iran planen. Das US-Außenministerium hat zudem Diplomaten aus Saudi-Arabien abgezogen. Bank of America rechnet mit einer möglichen Angebotsverknappung in vier bis fünf Monaten.
NEOCLOUDSHuang nennt Kapital den Engpass, nicht die Nachfrage.
Am Rande der GTC-Konferenz in Berlin sagte der Nvidia-Chef, die Nachfrage nach Neocloud-Kapazität sei außergewöhnlich hoch; was fehle, sei das Betriebskapital, um das Wachstum zu finanzieren. Die Kapitalnachfrage übersteige die Verfügbarkeit deutlich, das werde sich aber lösen. Die Aktien reagierten nicht: Nebius minus 3,6 Prozent, CoreWeave minus 4, IREN und Applied Digital je knapp 4. Nvidia selbst gab 2 bis 2,4 Prozent ab.
ANLEIHENDie Flucht in Sicherheit setzt ein.
Die zehnjährige Rendite fiel 7 Basispunkte auf 5,069 Prozent, die zweijährige 6 auf 4,761. Bundesanleihen zogen an, französische Renditen stiegen dagegen weiter. Yen und Schweizer Franken profitierten, der Dollar gab nach. Bitcoin verlor 3,4 Prozent. Das Muster ist eindeutig: Kapital verlässt den KI-Komplex und sucht Staatsanleihen, nicht umgekehrt.
MÄRKTEDie Erholung der Wochenmitte ist weitgehend weg.
Nasdaq-Futures verloren 1,6 bis 1,93 Prozent, S&P 1 bis 1,1, Dow 0,6 bis 0,69; der Nasdaq 100 drohte damit einen Großteil des Wochengewinns von 2,2 Prozent einzubüßen. Intel fiel 5,1 Prozent, AMD, Qualcomm, Marvell, Broadcom und Micron zwischen 2,9 und 5,3. In Europa gab der Stoxx 600 1 Prozent ab, Hermès über 5 nach ausbleibendem Umsatzwachstum in der China-Region. Barclays kündigte den Abbau von 5.000 Stellen an, rund 5 Prozent der Belegschaft, als Teil eines KI-gestützten Sparprogramms. Bloomberg weist darauf hin, dass bis Microsoft und Alphabet Mitte nächster Woche keine Tech-Zahlen mehr anstehen und damit der Ölpreis in den Mittelpunkt rückt.
Bildungsinhalt: keine Anlageberatung, kein Handelsvorschlag.