Daily Briefing · Freitag, 23.10.2026
Kapital wird knapp, nicht die Nachfrage.
Nach dem schwersten Nasdaq-Tag seit Juni rückt die Finanzierung des KI-Ausbaus ins Zentrum, während Brent ein Fünfmonatshoch erreicht.
Termine
- Fr15:45Flash-PMI Oktober
- Fr16:00Verbrauchervertrauen Universität Michigan, Endstand
- Berichte: American Express, SLB
- Nächste Woche: Mittwoch FOMC, danach PCE für September; Microsoft und Alphabet
Was den Markt heute bewegt
KI-FINANZIERUNGHuang benennt den Engpass selbst.
Der Nvidia-Chef sagte am Donnerstag, es herrsche eine Knappheit an Kapital; die Nachfrage danach übersteige die Verfügbarkeit deutlich. Damit rückt die Finanzierungsseite in den Vordergrund, nicht die Nachfrage. Meta verlor am Donnerstag knapp 8 Prozent, nachdem der Konzern den ersten negativen freien Cashflow seit über einem Jahrzehnt ausgewiesen und stimmrechtslose Aktien zur Finanzierung des Ausbaus angekündigt hatte. CoreWeave brach 10 Prozent ein und notiert heute vorbörslich 2 Prozent höher. Yardeni Research nennt den KI-Handel eine Blase, hält ein kontrolliertes Ablassen von Druck aber für unbedenklich und verweist auf den Anleihemarkt als Kapitalkonkurrenz für Aktien.
ABVERKAUFDer Nasdaq verliert 2,6 Prozent, der Halbleiterindex 6,7.
Es war der schwächste Tag des Nasdaq seit Juni und der schwächste des S&P seit Juli; der Dow schloss dagegen leicht im Plus. Nvidia fiel 4,4 Prozent, Alphabet 3,2, AMD 8,1; der Technologiesektor insgesamt 3 Prozent. Die zehnjährige Rendite stürzte um 17 Basispunkte auf 4,972 Prozent, der stärkste Tagesrückgang seit dem 10. März 2023 und der erste Stand unter 5 Prozent seit einem Monat. Heute steigt sie wieder auf 4,97 bis 5,00.
ÖLBrent auf dem höchsten Stand seit Anfang Mai.
Der Kontrakt notiert bei 114,06 bis 114,49 USD, plus 3,3 Prozent auf Wochensicht und damit die dritte Gewinnwoche in Folge; WTI liegt bei rund 100,90. Die Revolutionsgarden meldeten vier beschossene und drei auf Minen gelaufene Schiffe im Golf. Saudi Aramco hat Mitarbeiter angewiesen, die Zentrale in Dhahran zu räumen und remote zu arbeiten. Trump wirft Teheran vor, Angriffe zu erfinden, um den Ölpreis vor den Zwischenwahlen zu treiben; tatsächlich fließe mehr Öl durch Hormus als vor Kriegsbeginn. Irans Armeechef erklärte, das Land sei auf asymmetrische Kriegsführung vorbereitet.
SPACEXDer Einstieg ins Mobilfunkgeschäft trifft die Telekoms.
Nach einem Bloomberg-Bericht verhandelt SpaceX mit Betreibern über Zugang zu 80.000 US-Mobilfunkstandorten für ein landesweites Netz. AT&T, Verizon und T-Mobile verloren vorbörslich je über 3 Prozent, während die Mastbetreiber profitierten: Crown Castle plus 8,5 Prozent, American Tower plus 5,6. SpaceX hatte am Dienstag den ersten Gewinn als börsennotiertes Unternehmen gemeldet; der KI-Umsatz stieg auf fast das Zehnfache auf über 7,5 Mrd. USD, überwiegend aus der Vermietung von Rechenzentrumskapazität.
FRANKREICHDie Zehnjährige überschreitet 5 Prozent.
Am Mittwoch erreichte sie den höchsten Stand seit 2002, der Aufschlag gegenüber Bundesanleihen am Donnerstag ein Fünfzehnjahreshoch und damit das Niveau der Eurokrise. Die Proteste beruhigten sich nach Ausgangssperren und verstärkten Sicherheitsmaßnahmen, die Anleger bleiben aber vorsichtig mit Blick auf die Präsidentschaftswahl im April, bei der Le Pen und Mélenchon führen.
WOCHENBILANZDie Trennung ist deutlich.
Der Dow steuert auf ein Wochenplus von 1,7 Prozent zu, der S&P auf ein knappes Plus, der Nasdaq liegt 0,5 Prozent im Minus. Getragen wurden die Indizes von defensiven Sektoren, in die Anleger aus der Technologie-Volatilität ausgewichen sind. Für das dritte Quartal wird das Gewinnwachstum im S&P inzwischen auf 32,3 Prozent geschätzt, nach zuvor 30,7. Heute lagen Dow-Futures 0,58 Prozent im Minus, S&P 0,2, Nasdaq unverändert.
Bildungsinhalt: keine Anlageberatung, kein Handelsvorschlag.