Daily Briefing · Freitag, 30.10.2026

Der Cashflow bricht den Monat.

Amazon und Intel verlieren zusammen rund 300 Mrd. USD an Wert, der Nasdaq schließt Oktober im Minus, während Brent über 117 springt.

Termine

  • Fr18:30Arbeitskostenindex drittes Quartal
  • Fr19:45Chicago PMI
  • Fr22:00Daly
  • Fr22:30Musalem
  • Vorbörslich: Chevron, ExxonMobil
  • 3. November Zwischenwahlen

Was den Markt heute bewegt

EARNINGSAmazon und Intel setzen die Serie fort.

Amazon verfehlte bei Umsatz und Gewinn, wies den zweiten negativen freien Cashflow in Folge aus, diesmal 42,4 Mrd. USD, und hielt an der Investitionsprognose von 220 Mrd. für 2026 fest; die Aktie fiel vorbörslich 7,2 Prozent. Intel brach 25 Prozent ein nach schwachem Ausblick, rückläufigem PC-Geschäft, Fertigungsengpässen und der Ankündigung, in diesem Jahr Geld zu verbrennen; der Umsatz im Client-Computing-Bereich sank 5 Prozent auf 8,1 Mrd. Direxion beschreibt den Wandel: Der Markt frage nicht mehr nur, wie schnell man wachsen könne, sondern was man dafür ausgeben müsse. Alphabet hatte am Donnerstag 12 bis 13 Prozent verloren, den stärksten Tagesverlust seiner Geschichte. Microsoft bleibt die Ausnahme, nahm am Donnerstag aber 25 Mrd. über eine Anleiheplatzierung auf.

MÄRKTENasdaq-Futures minus 2,2 Prozent.

S&P-Futures 1 Prozent im Minus, Dow nahezu unverändert. Nvidia gab 2,5 Prozent ab, AMD 7, Broadcom rund 4; in Europa fiel ASML deutlich. Reddit verlor 21,1 Prozent, nachdem der Vorstandschef vor einem Rückgang der täglichen Nutzer im niedrigen zweistelligen Prozentbereich gewarnt hatte. In Asien schloss der Nikkei 2,12 Prozent tiefer, der Kospi 3,48, der CSI 300 1,39.

MONATSBILANZDie Spaltung ist das Bild des Oktobers.

Der Nasdaq steuert auf ein Monatsminus von 2,5 Prozent zu, nach zwei Gewinnmonaten; der S&P liegt rund 0,9 Prozent im Plus, der Dow 2,8. Neun von elf S&P-Sektoren gehen positiv aus dem Monat, nur Technologie und Kommunikationsdienste nicht; letzterer verzeichnet den schwächsten Monat seit April 2022. Energie, Finanzwerte, Versorger und Gesundheit tragen. Bei den Neoclouds verlor CoreWeave 30 Prozent im Oktober, Nebius 27. Franklin Templeton fasst die Saison zusammen: Die Latte liege sehr hoch, und wer sie reiße, bekomme Probleme.

ÖLBrent springt über 117 USD.

Nach erneuten Huthi-Angriffen auf Saudi-Arabien und anhaltenden Sorgen um die Versorgung; am Donnerstag war der Preis auf neue Hoffnungen für Gespräche zwischen Washington und Teheran noch gefallen. Die Furcht vor US-israelischen Angriffen nach den Zwischenwahlen am 3. November bleibt hoch, das Weiße Haus sendet gemischte Signale. Exxon meldete Rekordgewinne im Raffineriegeschäft durch kriegsbedingte Benzin- und Dieselpreise.

NOTENBANKENDie Woche brachte lauter restriktive Pausen.

Fed, EZB und Bank of Japan hielten still und deuteten zugleich weitere Straffung an; die Bank of Canada hob um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent an. Die größte Überraschung kam aus Neuseeland, wo die Notenbank bei 2,75 Prozent blieb, obwohl rund 70 Prozent für eine Anhebung eingepreist waren. Die BoJ erklärte, der Inflationstrend in Japan habe das Ziel von 2 Prozent erreicht, und Ueda nutzte die Gelegenheit für einen restriktiven Ton. Für die Fed preisen die Märkte nach LSEG-Daten über 50 Basispunkte bis Mitte 2027, eine Anhebung im Dezember gilt als wahrscheinlich.

NÄCHSTE WOCHEZwischenwahlen, Apple und der Arbeitsmarktbericht.

Am Dienstag entscheidet sich, ob die Demokraten den Kongress übernehmen; das Repräsentantenhaus gilt als wahrscheinlich, der Senat als offen. Für die KI-Debatte ist das relevant, weil Anleger mit wachsendem Widerstand gegen Rechenzentren rechnen und ein klarer Sieg der Demokraten mehr Aufsicht bedeuten dürfte. Cherry Lane hält einen solchen Ausgang für negativ für KI-Werte und Technologie insgesamt. Es berichten Apple, AMD, Qualcomm und Palantir sowie über hundert weitere S&P-Unternehmen; am Freitag folgt der Arbeitsmarktbericht für Oktober. Manulife nennt den fehlenden Stellenaufbau das fehlende Stück in der ansonsten starken Wachstumserzählung.

Bildungsinhalt: keine Anlageberatung, kein Handelsvorschlag.

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