Daily Briefing · Donnerstag, 05.11.2026
Nasdaq-Futures fallen, Dow setzt Wahlrally fort.
Anleger trennen nach dem Wahlsieg der Demokraten zwischen Profiteuren des Ölpreisrückgangs und den Verlierern eines langsameren KI-Ausbaus.
Termine
- Do17:30Challenger-Stellenabbau, minus 71,3 Prozent zum Vorjahr nach minus 19,9
- Do19:00Zinsentscheid Bank of England, 4,0 Prozent erwartet
- Do20:30Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 197.000 erwartet nach 194.000
- Do20:30Produktivität 2,8 Prozent erwartet nach 1,4, Lohnstückkosten 0,3 Prozent nach 1,2
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Was den Markt heute bewegt
FUTURESDie US-Indizes laufen auseinander.
Die Futures auf den Nasdaq 100 notierten am Donnerstag gegen 12:30 MEZ 0,5 Prozent tiefer, während die Dow-Futures um 389 Punkte oder 0,7 Prozent stiegen und die S&P-500-Futures 0,2 Prozent zulegten. Getragen wird der Dow von Finanzwerten wie Goldman Sachs, JPMorgan und American Express, belastet wird der Nasdaq von Halbleitern und Unternehmen aus dem Umfeld der KI-Infrastruktur. Am Mittwoch hatte der S&P 500 seinen größten Tagesgewinn seit drei Monaten verzeichnet, der Dow stieg um rund 1.500 Punkte. Jordan Watson von Tandem Investment Advisors sagte, die Rally sei kein Entwarnungssignal und die Rotation aus KI-Werten könne vorübergehend sein, er rechne mit mehr Volatilität.
POLITIKDer Markt richtet sich auf zwei Jahre geteilte Regierung ein.
Die Demokraten gewannen bei den Zwischenwahlen komfortable Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses sowie mehrere Gouverneursposten, darunter Texas. Analysten erwarten von der geteilten Regierung weniger abrupte Gesetzesänderungen und schwierigere Einigungen über Staatsausgaben. Vizepräsident Vance machte den Iran-Krieg und den damit verbundenen Anstieg von Energiepreisen und Inflation für die Niederlage verantwortlich, Präsident Trump stimmte zu. Investoren lesen daraus, dass eine neue Eskalation von US-Seite vorerst unwahrscheinlich ist.
ÖL & ANLEIHENDer Abbau der Risikoprämie senkt die Renditen weltweit.
Brent fiel am Mittwoch um mehr als 8 Prozent und erstmals seit September unter 100 USD je Barrel. Hält der Rückgang, wäre es der stärkste Wochenverlust seit dem Einbruch zu Beginn der Pandemie. Der Ölpreisrutsch drückte weltweit die Anleiherenditen und entlastete die Zinserwartungen, was die breite Aktienrally am Mittwoch stützte. Am Donnerstag legte Brent wieder um mehr als 1 Prozent zu.
KI-INFRASTRUKTURDer Widerstand gegen Rechenzentren belastet Chipwerte und Neoclouds.
Von 41 lokalen Abstimmungen in 10 Bundesstaaten fielen alle bis auf eine zugunsten von Beschränkungen für Rechenzentren aus, in Texas schlägt die künftige Gouverneurin Hinojosa ein landesweites Moratorium für neue Genehmigungen vor. UBS sieht rund 30 Prozent der für 2028 erwarteten Kapazität gefährdet, hält bei Halbleitern mit Bewertungen nahe mehrjähriger Tiefs aber bereits vieles für eingepreist. Vorbörslich verloren Marvell 2,5 Prozent, Intel 1,7 Prozent sowie Dell und HPE je rund 2 Prozent, CoreWeave, Nebius und Iren gaben 2,5 bis 3,6 Prozent nach. James Sullivan von JPMorgan sagte, die Finanzierungsaufschläge für Neoclouds hätten sich deutlich ausgeweitet, während bestehende Kapazität der Hyperscaler durch die Angebotsengpässe an Wert gewinne. Amazon, Meta und Alphabet legten vorbörslich jeweils rund 0,5 Prozent zu, nachdem Microsoft und Amazon am Mittwoch je mehr als 6 Prozent gestiegen waren.
EARNINGSQualcomm verstärkt den Druck auf den Halbleitersektor.
Qualcomm fiel vorbörslich um 8 bis 10 Prozent, nachdem der Umsatz mit Smartphone-Chips im vierten Quartal wegen schwacher Nachfrage und rückläufiger Apple-Erlöse hinter den Erwartungen zurückblieb. Snap verlor 10,1 Prozent nach verfehlten Umsatzschätzungen, Fair Isaac 9 Prozent nach einem Gewinn unter Prognose. AppLovin stieg um knapp 17 Prozent nach Zahlen und Ausblick über den Erwartungen. Tesla und SpaceX gaben jeweils mehr als 1 Prozent nach.
NOTENBANKENDie Bank of England dürfte erstmals seit drei Jahren anheben, die Fed bleibt restriktiv eingepreist.
Erwartet wird ein Schritt auf 4,0 Prozent, den die Mehrheit der von Reuters befragten Ökonomen als letzten sieht. In den USA preist der Markt nach der Anhebung im September einen weiteren Zinsschritt der Fed im Dezember ein. Der Dollar gibt wegen gesunkener Inflations- und Zinserwartungen nach, das Pfund legte am Mittwoch deutlich zu. Heute sprechen Hammack, Barkin und Logan, am Freitag folgt der Arbeitsmarktbericht für Oktober.
GLOBALEuropa folgt Wall Street, Asien leidet unter dem Chipsektor.
Der Stoxx 600 stieg um 0,71 Prozent, der FTSE 100 erreichte mit einem Plus von 1 Prozent ein Dreimonatshoch, der DAX gewann 0,74 Prozent. In Asien verlor der chiplastige Kospi 2,33 Prozent, während der Topix um mehr als 2 Prozent zulegte.
Bildungsinhalt: keine Anlageberatung, kein Handelsvorschlag.