Daily Briefing · Freitag, 06.11.2026
Nasdaq-Futures erholen sich, der Arbeitsmarktbericht entscheidet über den Freitag.
Nach dem schwersten Tagesverlust seit April 2025 kaufen Anleger Chipwerte zurück, das Vertrauen in den KI-Handel ist aber angeschlagen.
Termine
- Fr16:30Williams, bereits gesprochen
- Fr20:30Arbeitsmarktbericht Oktober, 65.000 Stellen erwartet nach 29.000, Quote 4,2 Prozent nach 4,2, Stundenlöhne 0,3 Prozent nach 0,1
- Fr21:10Musalem
- Fr22:00Uni Michigan vorläufig, 48,1 erwartet nach 48,0, Inflationserwartung zuvor 4,7 Prozent
- Sa00:15Bowman
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Was den Markt heute bewegt
FUTURESTech erholt sich, der Dow gibt nach.
Die Futures auf den Nasdaq 100 stiegen laut CNBC gegen 13:15 MEZ um 1,7 Prozent, die S&P-500-Futures um 0,4 Prozent, während die Dow-Futures 0,9 Prozent nachgaben. Micron legte vorbörslich 9 Prozent zu, Nvidia 5 Prozent, auch Amazon, Tesla und Alphabet notierten fester. Der anstehende Arbeitsmarktbericht begrenzt die Erholung. Auf Wochensicht liegt der Nasdaq bis Donnerstag rund 4,4 Prozent im Minus, der S&P 500 knapp 3 Prozent, der Dow nur 0,5 Prozent.
AUSVERKAUFDer Donnerstag war der schwerste Handelstag seit dem Zollschock im April 2025.
Der Nasdaq Composite fiel um 5,5 Prozent und liegt nun fast 12 Prozent unter seinem Rekordhoch vom 6. Oktober, damit ist er in der Korrektur. Der S&P 500 verlor 4,4 Prozent, der Dow 1.833 Punkte oder 3,4 Prozent, alle elf Sektoren schlossen im Minus. Der Halbleiterindex SOX brach um 12 Prozent ein, der zweitgrößte Tagesverlust seiner Geschichte; Micron, AMD und Marvell fielen je 17 Prozent, SanDisk 22 Prozent. Die Magnificent Seven verloren zusammen mehr als 1 Bio. USD an Börsenwert, davon über 440 Mrd. USD allein Nvidia, die Aktie liegt seit Jahresbeginn nun 2,6 Prozent im Minus. Auslöser war die Sorge, dass die Demokraten den Bau von Rechenzentren bremsen; die künftige texanische Gouverneurin Hinojosa forderte am Abend einen Stopp, bis Schutzmaßnahmen für die Bürger stehen.
STIMMUNGSystematische Fonds haben den Abverkauf verstärkt, die Volatilität springt.
Laut Bloomberg trieben trendfolgende Strategien den Verkauf von US-Technologiewerten im Umfang von 2,3 Bio. USD zu einem Rekordverlust des Nasdaq 100 nach Börsenwert. Der VIX stieg um 11,57 Punkte auf den höchsten Stand seit dem 31. März, an der NYSE kamen auf jeden steigenden Titel fast sechs fallende. Keith Lerner von Truist spricht von einem Käuferstreik bei Tech und hält weitere Abgaben für möglich. Marvin Loh von State Street nennt den KI-Handel einen fragilen Momentumhandel, der politische Überhang dürfte bleiben, bis das Ausmaß der Verlangsamung klar sei. Victoria Green von G Squared sieht den KI-Handel dagegen nicht am Ende, sondern mit Abschlag.
ARBEITSMARKTDer Oktoberbericht trifft auf robuste Vorabdaten.
Erwartet werden 59.000 bis 65.000 neue Stellen nach 29.000 im Vormonat, eine unveränderte Quote von 4,2 Prozent und ein Lohnplus von 0,3 Prozent. Pantheon Macroeconomics rechnet mit 100.000 Stellen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen am Donnerstag auf 189.000, die Produktivität stieg im dritten Quartal annualisiert um 3,6 Prozent, die Lohnstückkosten sanken um 0,7 Prozent. ADP hatte für Oktober 86.000 neue Stellen in der Privatwirtschaft gemeldet.
FED & ANLEIHENWilliams bleibt beim Inflationsziel hart, der Markt nimmt Zinserwartungen zurück.
New-York-Fed-Präsident John Williams sagte in Frankfurt, die Inflation sei zu hoch und müsse zeitnah und dauerhaft auf 2 Prozent zurückgeführt werden; Inflationserwartungen seien aber gut verankert, das Lohnwachstum mit dem Ziel vereinbar. Fed-Funds-Futures preisen laut LSEG eine Anhebung im Dezember noch mit rund 65 Prozent ein, vor einer Woche waren es laut Pantheon über 80 Prozent. Laut Reuters ist ein Schritt bis März voll eingepreist, insgesamt nur noch 40 Basispunkte weitere Straffung. Die Rendite zehnjähriger Treasuries fiel am Donnerstag bis auf 4,82 Prozent, den tiefsten Stand seit September, am kurzen Ende gaben die Renditen um 12 Basispunkte nach.
ÖLBrent steuert auf den stärksten Wochenverlust seit 2020 zu.
Brent notierte am Freitag laut CNBC 0,4 Prozent höher bei 98,65 USD je Barrel, nachdem der Preis zuvor fast 100 USD erreicht hatte; WTI stieg auf 90,98 USD. Am Mittwoch war Brent um 9 Prozent auf rund 94 USD gefallen, am Donnerstag nach neuen Tankerangriffen im Golf um fast 4 Prozent gestiegen. Bloomberg berichtet von Fortschritten zwischen den USA und Iran in Richtung eines Abkommens, ein iranischer Sicherheitsvertreter zeigte sich mit bloßen Zusagen auf Papier jedoch unzufrieden.
GLOBALAsien bricht ein, der Dollar ist als sicherer Hafen gefragt.
Der Nikkei fiel am Freitag um 6 Prozent und rutschte in einen Bärenmarkt, Samsung und SK Hynix verloren zweistellig. Der Kospi hat in dieser Woche mehr als ein Zehntel verloren, Taiwans Leitindex verzeichnet den größten Wochenverlust seit 1991. Europas Börsen eröffneten deutlich im Minus, Chipwerte hielten sich besser. Die Bank of England hatte am Donnerstag erstmals seit drei Jahren um 25 Basispunkte angehoben und weitere Schritte signalisiert.
Bildungsinhalt: keine Anlageberatung, kein Handelsvorschlag.